Vierzehenschildkröten Testudo horsfieldii
23.03.2008
Die Vierzehenschildkröte, auch Russische Landschildkröte bzw. Steppenschildkröte genannt (Testudo horsfieldii oder auch Agrionemys horsfieldii ) ist an dem ovalen bis kreisrunden Rückenpanzer zu erkennen, der insgesamt deutlich flacher ist als bei den anderen Europäischen Landschildkröten. Der Schwanzschild ist immer ungeteilt und an den kräftigen Vorderbeinen befinden sich, wieder im Gegensatz zu den anderen Testudo-Arten, grundsätzlich nur vier Zehen, mit sehr kräftigen Krallen. Diese Art erreicht eine Größe von bis zu 25 cm (Weibchen) und ein Gewicht von bis zu 2 Kilogramm.
Testudo horsfieldii bewohnt wüsten- und steppenartige Lebensräume mit spärlichem Pflanzenbewuchs. Sie kommen überwiegend in mittelasiatischen Hügelformationen vor.

Anschaffung & Schutzstatus
Testudo horsfieldii gehört zu Anhang B der EG-Artenschutzverordnung. Sie gehört somit zu den besonders geschützten Arten und sind meldepflichtig. Eine Cites-Bescheinigung gibt es allerdings nicht. Die Herkunft der Tiere ist aber bei der zuständigen Naturschutzbehörde anzugeben. Dafür erforderlich sind Kaufvertrag, Abgabevertrag, Zuchtbescheinigung oder ähnliches.
Kaufen Sie keinesfalls illegal Tiere, das ist strafbar. Hier finden Sie verantwortungsvolle Testudo horsfieldii Züchter.
Haltung
Auch für diese Schildkrötenart gilt: Eine ausschließliche Terrarienhaltung ist nicht artgerecht. Sie sollte einen dauerhaften Aufenthalt im Freigehege mit Frühbeet genießen dürfen. Wichtig ist bei Testudo horsfieldii, dass die Umrandung des Geheges mind. 10 cm in den Boden ragt, da diese Art besonders gerne und gut graben kann. Ansonsten unterscheidet sich die Freilandhaltung nicht von Testudo hermanni.

Fütterung
Bei der Auswahl ihrer Futterpflanzen sind die Tiere nicht besonders wählerisch. Es gibt kaum Wildkräuter, die von ihnen verschmäht werden. Natürlich muss auch täglich frisches Wasser aus einer flachen Schale zur Verfügung stehen. Als Zusatzfutter eignet sich Agrobs.
Winterruhe
Die otpimale Überwinterungstemperatur von Testudo horsfieldii beträgt 2 - 5 Grad. Die Tiere überwintern etwa 4 - 5 Monate in nicht staubtrockener Gartenerde oder Maulwurfserde aber das Substrat sollte deutlich trockener sein als bei Testudo hermanni. Auch diese Art hiberniert am besten in einem separaten Kühlschrank im Keller. Ein sinvolles Extra bei der Überwinterung ist der UT100!
Eine Einwinterung findet nur bei gesunden Tieren statt. Einige Wochen vor der Winterstarre sollte eine Kotprobe auf Parasiten untersucht werden.
Sommerruhe
Die Sommerruhe ist eine Besonderheit von Testudo horsfieldii! Auf diese Weise überbrücken die Tiere in ihren Heimatbiotopen die heiße und somit nahrungsarme Jahreszeit. In freier Natur geht diese Sommerruhe oft direkt in die Winterruhe über. Bei unserer Haltung ist eine so lange Ruhezeit nicht zu empfehlen. Wenn Sie im Sommer wochenlang vergraben sind, sollte man sie ausgraben und ihnen zeigen dass eine Sommerruhe hier nicht notwendig ist. Am besten durch ein Angebot von frischem Grünfutter.
In ihrem natürlichen Habitat graben sie tiefe, bis zu einige Meter lange Wohnhöhlen.
Es gibt 4 Unterarten:
- Agrionemys horsfieldii baluchiorum (Baluchische Vierzehenschildkröte): Vorkommen in Baluchistan
- Testudo horsfieldii horsfieldii (Afghanische Vierzehenschildkröte): Armenien, Azerbaijan, Kyrgyzstan, Tajikistan, Iran, Afghanistan, Pakistan bis ins westliche Xingiang, China
- Testudo horsfieldii kazachstanica (Kasachische Vierzehenschildkröte): Kasachstan, Uzbekistan und Turkmenistan
- Testudo horsfieldii rustamovi (Turkmenische Vierzehenschildkröte): Kopet-Dag im Südwesten Turkmenistans


Froesch Peter schrieb,
Juli 26, 2009 @ 16:44
Also dieser Hinweis “Natürlich muss auch täglich frisches Wasser…” muss eine allgemeine Krankheit der Tierpfleger sein die damit zeigen wollen, wie sorgsam sie ihre Tiere pflegen. KEIN Tier liebt frisches Wasser, und die horsfieldii trinkt, jedenfalls bei mir, nur selten. Da wo diese Tiere vorkommen dürfte das täglich frische Wasser ein Wunschtraum sein.
—Antwort—
Hallo Peter,
schön mal wieder von dir zu lesen. Wie geht es deinen Cuoras? Ich hatte bei denen gestern erst Nachwuchs :-)
Ich wechsle auch nicht täglich das Wasser aus aber da meine boettgeris das Wasserbecken gerne als Toilette benutzen, wird es regemäßig erneuert. Zur Verfügung stehen sollte Wasser aber dennoch täglich, ich denke da stimmst du mir zu.
Weiteres: Trinken Landschildkröten?
Gruß
Florian
Jette schrieb,
Juli 31, 2009 @ 13:08
Zum Kommentar von Peter:
Ich habe meine Steppenschildkröte draußen noch nie trinken sehen - und wenn es noch so heiß war. Wenn er Wasser, egal ob in einer Schale oder als Pfütze, auf dem Freigelände sieht, legt er sofort einen “Rückwärtsgang” ein.
So bleibt doch nichts anderes übrig, als die Wasserzufuhr bei (diesen) Steppenschildkröten über wasserreichere Blätter/Stengel o.ä. zu regeln?
Herzliche Grüße, Jette
—Antwort—
Hallo Jette,
Steppenschildkröten leben in Gebieten mit sehr heißen, trockenen Sommern und unglaublich kalten Wintern und sind somit ganz extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt. Demensprechend haben sie einen sehr guten Wasserhaushalt und trinken (wenn überhaupt), nur sehr wenig. Deshalb hast du recht mit dem wasserhaltigerem Futter. Ab und zu kann auch Gurke angeboten werden, die besteht ja fast nur aus Wasser.
Gruß
Florian
Daniel schrieb,
Dezember 6, 2009 @ 19:13
Hallo!Habe meine Citizen falsch gelesen;).Ich habe eine Testudo horsfieldii mit ca.1,5 Jahren.Wie soll ich sie am besten im Terrarium halten?Ich habe ein sehr grosses Terrarium.Soll ich ihr hohen Grund aufschütten damit sie graben kann?Welche Bodenmischung wäre für sie das beste?Soll ich sie wirklich im Kühlschrank überwintern lassen?Wenn sie sich nicht von selbst hinlegt,soll ich sie dann einfach in den Kühlschrank stellen?lg Daniel
—Antwort—
Hallo,
einfach in den Kühlschrank stellen? Warum hast du dich nicht vor der Anschaffung informiert?
Bestelle dir bitte mal ein ordentliches Schildkrötenbuch und informiere dich im Internet genau über deine Schildkrötenart Testudo horsfieldii.
Ich werde dir hier jetzt ganz bestimmt keine Haltungsanleitung geben…sorry für die deutlichen Worte aber jeden Tag mitzubekommen dass die Leute sich nicht vorher informieren regt mich langsam echt auf.
Gruß
Florian
Melanie schrieb,
Dezember 28, 2009 @ 11:20
Hallöchen!
Ich habe auch eine Vierzehenschildkröte, die gerade brav im Kühschrank schläft.
Ich habe sie in der Übergangszeit drinnen in einem Terrarium mit Schiebetür, wo sich meiner Merinung nach die Wärme aber sehr staut und auch die Luftfeuchtigkeit immer hoch ist.
Jetzt möchte ich mir etwas neues zulegen, meine Frage: lieber ein Aquarium, also rundherum Glas und dann drei Seiten mit solchen Rückwänden abkleben (Sichtschutz), oder eine Terrarium aus diesen Holzplatten, wo nur vorne eine Glasfront ist und die auch oben geöffnet sind.
Bin da sehr unschlüssig, weil ich mir denke, das mit diesen Holzplatten die Schimmelgefahr relativ hoch ist, andererseits bei reinem Glas wieder eine Frage der Temperturhaltung.
Liebe Grüßle,
Melanie
—Antwort—
Hallo Melanie,
ein oben geschlossenes Terrarium ist für alle Landschildkröten nicht geeignet und am wenigsten für eine horsfieldii.
Ich würde zu einem Terrarium aus Holz tendieren. Die Übergangszeit in einem Terrarium würde ich auf alle Fälle (wenn überhaupt) nur aufs Frühjahr verschieben. Die Schildkröte im Freigehege auf die Winterstarre vorzubereiten ist sehr viel einfacher als in einem Übergangsterrarium.
Eine Schimmelgefahr sehe ich kaum denn da wo die Erde ist, sollte das Holz ja sowieso mit Teichfolie oder ähnlichem bezogen werden. Und in der Umgebung sollte es nicht so feucht sein, dass Holz schimmeln könnte.
Gruß
Florian
Melanie schrieb,
Dezember 29, 2009 @ 14:24
Hallo Florian,
Danke für Deinen Rat.
In meinem jetzigen terrarium hab ich immer wieder ein Schimmelproblem, weil die Feuchtigkeit immer recht hoch ist, die Erde, ich nehme Floraton3 zusammen mit Kokosfaserhumus als Oberschicht, schwitzt immer total aus und dann hab ich als Unterschlupf eine Holzbrücke mit Heu und das fängt relativ schnell an zu schimmeln. Ich lasse den Humus schon extra lange vorher erst austrocknen, ehe ich es rein tue, aber trotzdem immer sehr feucht, was aber bestimmt auch damit zu tun hat, das das terrrarium geschlossen ist.
Noch eine Frage zum Holzterrarium: die gibt es ja fertig auch im Schildkrötenshop.de, da sind die aber nur 40 cm hoch, was mir ein bissl niedrig erscheint, meine Schildi buttelt so gerne, also wenigstens 12 cm muß ich schon einschichten, dann reckt und streckt sie sich gerne und dann noch die Lampen, kommen mir 40 cm eher niedrig vor?
Liebe Grüßle,
Melanie
—Antwort—
Hallo Melanie,
das Problem liegt sicher am geschlossenen Terrarium.
40 cm ist für Terrarien eine normale Höhe und sollte ausreichen. Auf dem Sonnenplatz sollten es ja 40°C Grad sein und dafür müssen die Lampen recht niedrig hängen.
Gruß
Florian
Jenny schrieb,
Januar 18, 2010 @ 11:31
Hallo!
Wir haben uns nach vielen Überlegungen eine horsfieldii am 12.1.10 zugelegt!
Dies haben wir deshalb getan weil wir diesem Tier noch den Winterschlaf ermöglichen wollten, den es in der Zoohandlung nicht bekommt.
Nun haben wir sie schon eit einigen Tagen und sie vergräbt sich nur noch. Ict das ein Zeichen ,dass sie schlafen möchte oder total normal? (Sie schläft noch nich–> wir hören sie noch graben!)
Wir bräuchten ganz dringend Rat um das Richtige zu tun.
LG Jenny
—Antwort—
Hallo Jenny,
aber du weißt schon, dass da jetzt mindestens eine neue Schildkröte in der Zoohandlung sitzt? Mitleidskäufe bringen nichts und ich würde immer empfehlen, Schildkröten nur bei einem Züchter zu kaufen.
Meiner Meinung nach ist es jetzt zu spät für eine anständige Winterstarre. Jetzt noch etwa 4 Wochen Vorbereitungszeit, dann ist es ja schon Mitte Februar. Lange starren kann sie da nicht mehr.
Daher empfehle ich eine Beleuchtung mit einer Sonnenplatztemperatur von 35-40° Grad, bis sie Ende März ins hoffentlich vorhandene Freigehege kommt. Und bezüglich der richtigen Lampen bitte nicht wieder im Zoohandel beraten lassen sondern erst hier nachlesen: Beleuchtung
Und die Schildkröte nicht ausgraben sondern in Ruhe lassen. Sie muss sich erst eingewöhnen…
Gruß
Florian
Jenny schrieb,
Januar 18, 2010 @ 18:25
Hy Florian,
ja bei nem Züchter hätten wir sie ja gern gekauft, aber leider gibt es in unserer Region keine eingetragenen Züchter.
Noch eine Frage zum Schluss: muss ich jetzt noch irgendwas tun zwecks Behörden? ich habe gelesen das man schildis melden muss.
und was ist besser:
- Cocoshumus oder Sand?
Wir haben zZ Cocos drinnen und die scheiben laufen verdammt schnell an. Da wollen wir doch gern noch etwas dran ändern.
lg jenny
—Antwort—
Hallo Jenny,
diese Art muss zwar nicht angemeldet werden aber die Zoohandlung wäre verpflichtet gewesen, dir einen ordentlichen Herkunftsnachweis auszustellen, aus dem genau hervorgeht, wo das Tier herstammt und wo es gezüchtet wurde. Das wird benötigt um die legale Herkunft der Schildkröte gegenüber der Artenschutzbehörde nachweisen zu können.
Ich empfehle dir die Anschaffung eines guten Buches wie z.B. “Fester Panzer - weiches Herz“. Beide Substrate allein sind nicht sehr geeignet. Am besten ist lehmige Gartenerde mit Sand vermischt oder, wenn nicht vorhanden, ungedüngte Bioerde mit Sand vermischt. Achte darauf, das Substrat ziemlich trocken zu halten. T. horsfieldii verträgt keine Feuchtigkeit. So nass dass Scheiben anlaufen darf es auf keinen Fall sein.
Gruß
Florian
Jenny schrieb,
Januar 19, 2010 @ 10:25
Alles klar!
Vielen Dank und ist ne tolle Seite!! Respekt!!!!
elvira bachmann schrieb,
Februar 4, 2010 @ 15:15
super seite habe seit einem jahr ein schildi baby, frage ab wann und wie erkenne ich das geschlecht
—Antwort—
Hallo,
das ist abhängig von der Wachstumsgeschwindigkeit. Kann einige Jahre dauern um es sicher sagen zu können.
Gruß
Florian