Steine als Deko und Schattenplatz

05.06.2009

Einige große Natursteine sind nicht nur ein Blickfang im Freigehege und bringen ein bisschen natürliches Habitat in unser Freigehege.
Steine im Freigehege

Sehr gerne werden bei heißen Temperaturen die dadurch einstehenden Schattenplätze von den Schildkröten aufgesucht. Dieses Weibchen ist nach dem Fressen sofort im Schutz des Steines eingeschlafen. Gerne haben die Schildkröten beim Ruhen “Panzerkontakt” zu Steinen und Sträuchern.
Dieser Stein wird gerne als Schattenplatz genutzt

Ich hatte ursprünglich auf diese beiden Steine einen großen flachen Stein oben drauf gelegt und somit einen kleinen Tunnel geschaffen. Obwohl sich links und rechts der Steine ein Lavendelstrauch und eine Yuccalilie befinden, zwängten sich die Tiere grundsätzlich außen an dem Tunnel vorbei. Erst seit der “Steindeckel” entfernt ist, gehen sie wieder direkt zwischen den beiden Natursteinen hindurch.

Bevor die Frage auftaucht “Wo hat denn der diese Steine her?”… die habe ich von einem Acker aus der Nähe. Dort findet man solche Steine in allen Formen und Farben und der Bauer freut sich über ein paar Brocken weniger in seinem Getreidefeld :-)

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Kletterkünste

26.05.2009

Diese 6-jährige durfte ausnahmsweise unter Aufsicht mal ungesichert in das Gehege der Großen, was bald auch ihr neuer Lebensraum sein wird.
Ohne Angst begab sie sich gleich auf Klettertour und erkundete das ungewohnt große Freigehege mit den vielen interessanten Klettermöglichkeiten und großen Steinen.
kletterkuenste

Nachzuchten, Jungtiere hinter Gittern

jungtiere-hinter-gitter
Bei Schildkröten unter etwa 300 Gramm ist ein Schutz vor Raubvögeln (besonders Krähen) noch sehr wichtig.

Ansonsten leben sie wie die ausgewachsenen Tiere und bekommen ihr Futter durch die Gitterstäbe zugesteckt.

Einziger Unterschied ist, dass sie nur etwa 2qm zur Verfügung haben. Das ist die ersten paar Jahre ausreichend und erleichert ein Wiederfinden ungemein.

Die Panzer-Waschanlage - ein Besen im Gehege

Diese Panzerwaschanlage wird gelegentlich von meinem Griechischen Landschildkröten Männchen genutzt. Wenn er darunter sitzt und seinen Panzer schrubbt, hört es sich manchmal an als würde jemand die Straße fegen :-)

Leider konnte ich ihn noch nicht mit der Kamera erwischen, da er immer sehr schnell fertig ist.
panzerwaschanlage
Diese recht junge Schildkröte hat noch nicht so richtig verstanden was dieses rote Ding da im Gehege verloren hat und beißt auf dem nächsten Bild einfach mal hinein.
schildkroetenwaschanlage

Fuchsschädel

03.05.2009

Nicht unweit meines Geheges, welches am Waldrand liegt, fand ich kürzlich den Schädel eines verstorbenen Fuchses (der Fuchs soll dort letzten Sommer gestorben sein).
Fuchsschädel

Ich habe den Schädel ins Freigehege gelegt und was ich bisher nur in Büchern gelesen habe -nämlich dass Schildkröten in ihrem Habitat Knochen verstorbener Tiere anknabbern- konnte ich nun auch an diesem Schädel beobachten. Nettes Schildkrötenspielzeug :)

60 männliche Maurische Landschildkröten suchen Platz in Einzelhaltung

27.02.2009

Haben Sie vielleicht einen Garten??
Etwas Platz und Zeit und spielen Sie vielleicht schon länger mit dem Gedanken, sich eine Landschildkröte zuzulegen???

maure Die Auffangstation für Reptilien sucht derzeit für 60 männliche Maurische Landschildkröten gute Plätze in Einzelhaltung.

Diese Schildkröten stammen von Herpesvirus-positiven Elterntieren, wurden bereits mehrfach getestet und waren in den letzten Tests selbst alle virusnegativ!
Allen Tieren geht es wunderbar, sie fressen gut, wachsen und sind auch sonst ganz normal entwickelt, nur kann eben nicht mit 100%iger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass sie das Virus nicht doch in sich tragen.

Aufgrund der bestehenden Möglichkeit, dass sich andere Landschildkröten mit dem Herpesvirus anstecken könnten (für Menschen und andere Haustiere ist das Virus völlig ungefährlich!!!!) möchten wir die Schildkröten nur an Haushalte vermitteln, in denen keine weiteren Schildkröten leben. Bisher leben die Tiere in einer Pflegestelle, wo sie auch ihre Winterruhe verbracht haben.

Im Sinne der Tiere und um die Kosten der Auffangstation zu decken müssen wir eine kleine Schutzgebühr für die Abgabe verlangen, wofür wir um Ihr Verständnis bitten.
Falls Sie sich nun überlegen, eines der Tiere aufzunehmen, würden wir uns freuen, wenn Sie sich mit uns in Verbindung setzen, entweder per email direkt an natalie.steidele@reptilienauffangstation.de oder telefonisch unter 089-21805030 oder 089-21805709.

Für Fragen stehen wir selbstverständlich gerne zur Verfügung!

Für die Abgabe gelten die Vermittlungsvoraussetzungen der Auffangstation für Reptilien, diese finden Sie auf unserer Homepage http://www.reptilienauffangstation.de/abgabetiere_schildkroeten.html .

Update vom 03.08.2009: Noch 15 männliche Maurische Landschildkröten (Testudo graeca) suchen gute Plätze in Einzelhaltung.

Galapagos-Riesenschildkröte Lonesome George hofft auf Nachwuchs

21.07.2008

«Lonesome George» wird vielleicht endlich Vater. Die letzte männliche Riesenschildkröte dieser Unterart auf den Galapagos-Inseln hatte fast vier Jahrzehnte abstinent gelebt - aber nach 36 Jahren Enthaltsamkeit wurden nun neun Eier entdeckt.
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Der «einsame George», die letzte männliche Riesenschildkröte ihrer Art auf den Galapagos-Inseln, könnte endlich Nachwuchs bekommen. 36 Jahre hatten sich Forscher vergeblich bemüht, das Reptil zur Fortpflanzung zu bewegen, teilte der Galapagos-Nationalpark am Montag mit. Nun hat ein artverwandtes Weibchen, das «George» seit 1993 begleitet, drei intakte Eier gelegt.

Sie werden derzeit in einem Brutkasten ausgebrütet. Ob sie tatsächlich lebensfähige Nachkommen in sich tragen, wird man den Angaben zufolge allerdings erst in 120 bis 130 Tagen feststellen können. Damit könnte die Unterart der Riesenschildkröten «Geochelone nigra abingdonii», deren letzter bekannter Vertreter der «Einsame George» ist, womöglich doch überleben.

Hoffnung fast schon aufgegeben

Dabei hatten die Verantwortlichen die Hoffnung fast schon aufgegeben. Nach eigenen Angaben hatten sie bereits alle Möglichkeiten ausgeschöpft und gedacht, die Schildkröte könne sich gar nicht fortpflanzen. «In all diesen Jahren hat der ‘Einsame George’ keinerlei Anzeichen für ein Fortpflanzungsverhalten gezeigt und sich vielmehr sogar aggressiv gegenüber seinen Begleiterinnen verhalten», erklärte der Nationalpark.

Doch dann kam die Wende: «In den letzten Monaten stellten die Fortpflanzungsexperten des Nationalparks ein verändertes Verhalten fest.» Seit zwei Wochen beobachteten sie dann, dass eine seiner langjährigen Begleiterinnen sich für die Eiablage bereitmachte. Am Montagmorgen fanden sie neun Eier. «Vier davon waren völlig zerstört, zwei hatten Risse an den Schalen, und drei waren vollständig intakt», berichtete der Nationalpark.

Unterschiedliche Bruttemperaturen für Weibchen und Männchen

Zwei dieser gesunden Eier werden nun in einem Brutkasten bei 29,5 Grad Celsius ausbrütet, um Weibchen zu erhalten, und eines bei 28 Grad, um ein Männchen zu erhalten. Falls die Aufzucht erfolgreich verläuft, könnte dann über verschiedene Linien versucht werden, reinrassige Nachfahren des «Einsamen George» zu züchten. Die männliche Riesenschildkröte, die 1972 auf der Insel Pinta entdeckt wurde, ist die letzte bekannte der Art «Geochelone nigra abingdonii».

Ein Weibchen dieser Unterart konnte trotz intensiver Suche nicht mehr gefunden werden. Die drei weiblichen Riesenschildkröten, die den «Einsamen George» begleiten, gehören der nahe verwandten Unterart «Geochelone nigra becki» an. Er selbst ist etwa 70 Jahre alt und damit für seine Art im «mittleren Lebensalter».

Wollen Sie Lonesome George besuchen? Hier finden Sie eine tolle Rundreise, die neben anderen Riesenschildkröten auch die letzte Schildkröte seiner Art besucht: Erlebnisreise zu Lonesome George

In Gedenken an Prof. Dr. med. Walter Kirsche

02.07.2008

In Gedenken an

Prof. Dr. med. Walter Kirsche

21.Juni 1920 – 30. Juni. 2008

In welcher Gänze sich Professor Walter Kirsche für den Schutz des Lebens und der Natur einsetzte, erfuhr jeder Besucher des weiträumigen Gartens der Familie Kirsche in Pätz gleich hinter dem Garteneingang. Da gab es eine kleine Brücke, nicht etwa über einen Wasserlauf, sondern über eine „Waldameisenstraße“ führt. Jeder Besucher trat über die Brücke in den Garten, die ansonsten übersehenen kleinen Tiere wurden so auf einfache, aber konsequente Weise vor tödlichen Fußtritten geschützt und: der „Eintretende“ machte sich unweigerlich seine persönlichen Gedanken zur Erhaltung des Lebens.

Walter Kirsches ganzes Leben war geprägt vom Einsatz für das Leben und die Natur. Geboren 1920 in Neu-Oelsnitz im Erzgebirge förderten die Eltern bereits in seiner frühen Kindheit das Interesse und die Hinwendung zur Natur. Mit zehn Jahren pflegte er seine erste Landschildkröte, diese Tiere begleiteten ihn später sein ganzes Leben. Nach der Schulzeit entschloss er sich, Medizin zu studieren. Unterbrochen durch den kriegsbedingten Einsatz im Sanitätsdienst, hier erfuhr er die Leiden des furchtbaren Krieges, beendet er 1945 in Berlin mit dem Staatsexamen seine Studium und erhält seine Bestallung zum Arzt. Sein weiterer beruflicher Weg führt ihn in die Forschung und Lehre. Kirsche wird Dozent am anatomischen Institut der Universität Berlin und widmet sich der Hirn- und Nervenzellforschung. Ab 1951 wird er Professor für Anatomie an der Humboldt Universität Berlin, später Direktor des Anatomischen Institutes.

Für seine Forschungen zur Hirnentwicklung dieser Tiere sind Embryonen von noch nicht geschlüpften Schildkröten zu untersuchen. Hier trifft er ein zweites Mal nach seiner Kindheit mit den Schildkröten zusammen. Da diese Tiere und deren Gelege nicht aus der Natur entnommen werden können, richten das Ehepaar Kirsche in ihrem Wohngrundstück in Pätz eine Zuchtanlage für Landschildkröten ein. Die Schildkröten wird Kirsche über seine Forschungsaufgaben hinaus über Jahrzehnte betreuen. Er gehörte zu den ersten, der für diese stark gefährdeten Tiere eine Erhaltungszucht entwickelte und so einen Weg aufzeigte, der heute dazu führt, dass keine europäischen Landschildkröten für die Tierhaltung mehr aus der Natur entnommen werden müssen. Über 1000 nachgezogene Jungtiere gibt er an Tierfreunde weiter. Sein Wissen und seine Erfahrungen über diese Tiere veröffentlicht er 1997 in dem Buch „Die Landschildkröten Europas“.

Prof. Kirsche setzte sich Zeit seines Lebens mit den grundlegenden ethischen Fragesellungen des Lebens und der Lebenserhaltung auseinander und vermittelt dies seine Studenten in überzeugender Weise. Er verwies stetig darauf, welche Bedeutung den Tieren zukommt, die für unsere Kenntnisse in der medizinischen Forschung und für unsere Gesundheit ihr Leben opfern. Die Lehren und philosophischen Grundsätze des Mediziners und Theologen Albert Schweitzer bestimmen sein Wirken in der Forschung und in der medizinischen Lehre ebenso wie in seinem Privatleben. Schweitzers „Ehrfurcht vor dem Leben“ bindet er in seine Vorlesungen zur Anatomie und Hirnforschung mit ein. Er unterstützt Medizinstudenten in ihrer Entscheidung, den Wehrdienst mit der Waffe zu verneinen, in der DDR ein wahrhaft mutiges Bekenntnis.

Prof. Kirsche war eine weit über die Fachgrenzen der Medizin anerkannte Persönlichkeit. 1973 wird der mit dem Nationalpreis der DDR für seine pädagogischen und wissenschaftlichen Leistungen ausgezeichnete. Er war Mitglied und Ehrenmitglied mehrere nationaler und internationaler Gesellschaften und Vereinigungen. Seine Verdienste für den Schutz der Reptilien würdigte die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde mit der Ehrenmitgliedschaft.

Dem Schutz der Natur und ihren Lebensformen widmet er sich weit über den beruflichen Aufgabenbereich und der Schildkrötenhaltung hinaus. Kirsche wirkt als Ortsnaturschutzbeauftragter in seinem Heimatort Pätz. Aktiv unterstützt er die Fachgruppe Amphibien- und Reptilienschutz, später wird er Mitglied im NABU Dahmeland.

Er setzt sich für die Ausweisung von Naturschutzgebieten wie der „Kiesgrube Pätz“ ein. Der große, parkartige Garten der Kirsches ist heute ein ausgewiesenes Naturdenkmal. Hier verfolgte Kirsche die Veränderung unserer Natur und Landschaft, so dokumentierte er das Verschwinden zahlreicher Schmetterlinge wie der „Goldenen Acht“. Zahlreiche Bilder der wunderschönen Schmetterlinge dokumentieren Kirsches Neigung zur Naturfotografie.

In allgemeinverständlichen Beiträgen in Zeitschriften wie auch in der regionalen Presse appelliert er für den Umweltschutz und die Achtung der Natur. Er brachte uns ins Bewusstsein, dass auch Fische Schmerz empfinden, wenn sie am Angelhacken hängen.

Seine Absicht, im Jahre 1974 ein populärwissenschaftliches, fachübergreifendes Buch mit dem Thema „Mensch und Umwelt“ zu veröffentlichen, wird leider auf Grund der realen aber zu kritischen Faktensammlung abgelehnt. Die damaligen Entscheidungsträger bringen jedoch nicht den Mut auf, zu ihrer Entscheidung zu stehen. Das fertige Manuskript wird wegen Papiermangel nicht gedruckt.

Ein Teil seiner, dem regionalen Naturschutz übertragene naturkundliche Sammlung mit zahlreichen Schildkrötenpräparaten, Insekten und Fossilen konnten vor einem Jahr in einer Ausstellung im Besucherzentrum des Naturparks Dahme-Heideseen gezeigt werden. Die Ausstellungseröffnung am 21. Juni 2007, seinem 87. Geburtstag, konnte Walter Kirsche noch persönlich miterleben. Ein Jahr später, am 30. Juni 2008, wenige Tage nach seinem 88. Geburtstag, ist Walter Kirsche in seinem Wohnhaus in Pätz verstorben.

Text:
Hans Sonnenberg
Naturpark Dahme-Heideseen
Prieros, 2. Juli 2008

Quelle: DGHT

Schildkröten brauchen Hilfe

16.04.2008

Der Erfolg auf Inseln vor der Küste Ost-Borneos und buchstäblich ein Hilfeschrei aus dem Zentralatlantik hat die Turtle Foundation (Schildkröten-Vereinigung) Schweiz aufgeschreckt. Sie will nun auf den Kapverden konkret die Meeresschildkröten schützen.

Buchs/Vaduz. – Der Vorsitzende des Stiftungsrates der Turtle Foundation Schweiz, Frank Zindel aus Vaduz, und seine Stiftungsratskollegin Margrit Roduner Gabathuler aus Buchs haben von katastrophalen Zuständen auf den Kapverdischen Inseln gehört. Es würden massenhaft brutalste Schlachtungen weiblicher Tiere vorgenommen. Sie haben sich spontan vor Ort ein Bild verschafft. Die angetroffene Situation habe die schlimmsten Befürchtungen übertroffen, sagten sie gegenüber dem W&O. «Obwohl Meeresschildkröten nach kapverdischem Recht unter Naturschutz stehen, sind sie vielfältigen Bedrohungen ausgesetzt», sagte Frank Zindel. Zu den bedrohenden Szenarien gehören laut Zindel vor allem die Jagd im Meer und an Land sowie die Zerstörung von Niststränden durch unkontrollierte Bautätigkeit im Zuge einer rasanten Tourismusentwicklung. Die Schildkröten werden bei der Eiablage an Land zwecks Vermarktung des Fleisches getötet. Grund genug, zu handeln, sagte sich die Turtle Foundation.

Schutzprogramm geschaffen
Ermutigt von bisherigen Erfolgen in Indonesien und auch von tierliebenden und tierschützerischen Motiven geleitet, hat die Turtle Foundation Schweiz zusammen mit Hiltrud Cordes, Ethnologin und Stiftungsrätin der Turtle Foundation Deutschland, ein Schutzprogramm für Meeresschildkröten auf den Kapverdischen Inseln geschaffen. Besondere Aufmerksamkeit wird der Nistpopulation der Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) geschenkt. Die Turtle Foundation geht davon aus, dass die Boavista mit rund 50 Strandkilometern wahrscheinlich die grösste verbliebene Nistregion von Caretta caretta auf den Kapverden ist. Die Stiftung möchte im Osten von Boavista bei einem Naturhafen ein Strandschutz-Camp für rund 20 Personen errichten und für die Dauer der Nistsaison in Betrieb halten. Von dort aus könnte ein Küstenabschnitt von rund 10 Kilometern überwacht werden.

Projekt ist startbereit
Das Camp soll bezüglich der Strom-, Wasser- und Nahrungsversorgung selbständig und eigenverantwortlich sein. Für die Leitung sind drei Vollzeitmitarbeiter der Turtle Foundation vorgesehen. Die Aufgaben liegen in der Leitung des Camps, des Schutzprogrammes und der Projektkoordination sowie der Logistik. Es geht konkret um den Schutz vor Wilderei, die Datenerhebung zur Erfassung der Anzahl von Nestern und nistenden Weibchen oder allfälliger Umbettung von bedrohten Nestern. Zur Aufgabe gehören zudem flankierende Massnahmen wie die Kooperation mit der einheimischen Bevölkerung, Hilfestellung bei der Etablierung von Ökotourismusangeboten sowie Öffentlichkeitsarbeit, wie Frank Zindel weiter sagte. «Das Projekt ist startbereit, die Kosten sind ermittelt, Kooperationsvereinbarungen sind getroffen und geeignete Mitarbeiter sind rekrutiert.»
Die Gesamtkosten des Projektes betragen für das laufende Jahr rund 150 000 Euro. Nebst Geldspenden aus der Öffentlichkeit über das Internet (www.turtle-foundation.org) sucht die Stiftung auch Sachspenden in Form von Gebrauchsmaterial für den Camp-Betrieb. Zum Beispiel Wasseraufbereitungsanlagen, Generatoren für die Stromversorgung, Zelte samt Einrichtung, Kücheneinrichtungen, Funkgeräte, GPS oder Satelliten-Telefone, Baumaterial und Werkzeug, geeignete Fahrzeuge und auch Büroeinrichtungen.
Der Erfolg gibt der Stiftung recht: Sollte das Projekt gelingen, so werden wie in Indonesien Nacht für Nacht unzählige Schildkrötenbabys schlüpfen. Es wird ein Rückzugsgebiet für Meeresschildkröten geben. Wichtig und entscheidend wird zudem sein, dass sich die Bevölkerung der Notwendigkeit des Tierschutzes und der Massnahmen bewusst wird.

Unterschriften gegen Fischfang, der auch Schildkröten das Leben kostet

13.04.2008

Das Sea Life in Timmendorfer Strand ist für Ostsee-Urlauber ein lohnenswertes Ausflugsziel. Jetzt können Besucher während ihres Aufenthalts nicht nur über die Meere und ihre Bewohner lernen, sondern ihnen auch helfen. Die neun Sea Life Großaquarien in Deutschland, die sich bereits seit Jahren erfolgreich für den Schutz der Meere einsetzen, sammeln derzeit Unterschrift gegen den skrupellosen Fischfang, der jedes Jahr Millionen Haien, Delfinen, Schildkröten und Jungfischen als Beifang das Leben kostet. Die Petition wird im nächsten Jahr dem Fischereiausschuss der Vereinten Nationen vorgelegt.

Überfischte Meere, ölverseuchte Strände, illegaler Walfang und schmelzende Polkappen – jeden Tag geistern Horrormeldungen wie diese durch die Presse. „Schrecklich, aber was kann ich als einzelne Person da schon bewirken?“, so entmutigt denken sich wahrscheinlich viele ihren Teil dazu. Dass das nicht so sein muss, zeigt das langjährige Engagement der Sea Life Aquarien, die mit ihrer Initiative SOS (Save Our Seas) einiges bewirkt haben. So ermöglichten die Aktionen unter anderem die Errichtung einer Rettungsstation für Schildkröten auf der Griechischen Insel Zakynthos oder konnten mit einer Petition ein europaweites Verbot für die grausame Jagd auf Haiflossen veranlassen.

Unter dem Motto „Unschuldige Opfer“ ruft die jüngste Kampagne mit einer Unterschriftenaktion in acht Ländern gegen die grausame Vorgehensweise im kommerziellen Fischfang auf. Gefährdete Arten wie Haie, Seeschildkröten und Delfine verfangen sich in den Fischernetzen, die ursprünglich für andere Beute ausgeworfen wurden. So ergeht es auch Millionen von Jungfischen, Dorschen und Seebarschen: Zu klein für den Verkauf sterben sie unweigerlich an den Folgen. Die Treib- und Langleinennetze der Fischer werden jährlich für circa 150.000 Seeschildkröten zum Verhängnis.

„Wir wollen die Augen vor diesen Problemen nicht verschließen und möchten auch andere Menschen darauf aufmerksam machen“, begründet Jens Hirzig, biologischer Leiter im Sea Life Timmendorfer Strand die Aktion. In allen 23 Standorten in ganz Europa können die Besucher die Petition unterschreiben. Schon mit 300.000 Unterschriften wird diese nächstes Jahr den Mitgliedern des Fischereiausschusses der Vereinten Nationen (UN) vorgelegt. Formulierte Ziele sind zum Beispiel der einheitliche Gebrauch von Netzen mit eckigen und großen Maschen, die den Fang von zu kleinen Schwarmfischen verringern. Zudem soll sichergestellt werden, dass ungewollt gefangene Haie wieder in die Freiheit entlassen werden.

Die Umweltstiftung WWF begrüßt die Aktion. „Die unsichtbaren Nebenwirkungen der weltweiten Fischerei sind katastrophal. Viele Millionen Tonnen Schildkröten, Haie, Seevögel und wirtschaftlich nicht nutzbare Fische verenden Jahr für Jahr qualvoll. Gefragt sind Politiker, Fischer, Unternehmen und Verbraucher – jeder kann zu einer Fischerei mit weniger unschuldigen Opfern beitragen“, so WWF-Pressesprecher Ralph Kampwirth.

Text: Sea Life Timmendorfer Strand

Mehr dazu: Aktion Schildkrötenretter - Beifang verhindern!

Eurotestudo, eine neue Gattung für die Arten von Testudo hermanni Gmelin, 1789 (Chelonii, Testudinidae).

10.09.2007

Die neue Gattung wurde kreiert, um die Arten aus der hermanni-Gruppe zusammenzufassen, denn sie bilden innerhalb der Gattung Testudo s. l., (im weiteren Sinne) eine palearktische Gattung, die konsequenter Weise sowohl von Testudo s. s. (im engeren Sinn) und Agrionemys abgrenzbar ist. Eine vorläufige kladistische Analyse der osteologischen Charakteristika (Skelettmerkmale) einschließlich der Befunde von fossilen Spezies zeigt deutlich die Aufspaltung in drei Linien, die wahrscheinlich seit dem Oligozän, aber sicher seit dem oberen Miozän bestehen. Die Diagnose der neuen Gattung basiert auf der Sammlung mehrerer Merkmale. Die Hauptstadien (Veränderungen), die während der Evolution zu diesen drei Linien führten, werden beschrieben. Wir beschreiben ebenso die externen Charakteristika (äußere Merkmale) der ausgestorbenen Spezies, die diagnostischen Wert besitzen. Allerdings sind die phylogenetischen Beziehungen zwischen den (aufgespaltenen) Gattungen noch nicht definitiv ausgearbeitet.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Sicher eine ausführliche interessante Arbeit zur Evolution und phylogenetischen Entwicklung sowie der eventuellen Aufspaltung innerhalb des Testudo-Komplexes. Allerdings bin ich auch hier skeptisch, ob diese Merkmalsanalysen wirklich eine neue Gattung rechtfertigen. Die meisten der morphologischen Skelettveränderungen könnten auch in einem Zusammenhang mit der ökologischen Einnischung und Anpassung entstanden sein, die wir gerade für die fossilen Spezies gar nicht oder nur schwer interpretieren können. Insofern mag es zwar sinnvoll sein, den heute weit gefassten Testudo-Komplex differenzierter und unter Einbezug der geographischen Aspekte zu betrachten, aber ob sich daraus wirklich gleich eine neue Gattung rechtfertigt, bedarf wohl auch noch einiger Befunde auch aus der Molekulargenetik.

Quelle: schildkroeten-im-fokus.de

Spendenaufruf Gesunde Schildkröte

30.07.2007

Ernährung und Gesundheit spielen für die Haltung von Schildkröten eine herausragende Rolle. Insbesondere Mangelzustände, die auf das Fehlen adäquater Lichtverhältnisse zurückzuführen sind, können nur schwer ausgeglichen werden (BÖTTCHER, elaphe 1/07). Diese Mangelerscheinungen ließen sich aber bei Blutuntersuchungen leicht diagnostizieren und behandeln, wenn man die für Schildkröten geltenden Normwerte kennen würde. Normwerte können aber nur in den Ursprungsbiotopen der Schildkröten erhoben werden, weil die Tiere nur dort den Normalbedingungen wie natürliche Sonneneinstrahlung und entsprechenden Temperaturen ausgesetzt sind, wobei auch die Pigmentierung der Tiere eine große Bedeutung für die Lichtwirkung hat.
Frau PD Dr. vet. med. PETRA KÖLLE hat sich bereit erklärt, solche Untersuchungen im Rahmen einer Dissertation durchführen zu lassen. Ziel ist es, für beide Geschlechter die Normwerte für 25-Hydroxyvitamin D3 und Kalzium sowie andere Parameter im Blut von Testudo hermanni boettgeri (hell pigmentiert) und Testudo marginata (dunkel pigmentiert) im Ursprungshabitat zu bestimmen, indem man den Tieren vor Ort eine Blutprobe entnimmt. Jeder Halter hätte dann die Möglichkeit, den Zustand seiner Tiere durch das Einsenden einer Blutprobe überprüfen zu lassen. Dies würde Gewissheit bringen, ob die praktizierten Beleuchtungsbedingungen oder Futtermittelzusätze wirklich etwas bewirken. Eine solche Untersuchung kostet ca. 25 Euro. Für diese Untersuchungen (Stichproben, Datenerhebung vor Ort, fachgerechter Transport der Proben) sind Mittel in einer Größenordnung von 2.500-3.000 Euro erforderlich.
Die AG Schildkröten möchte mit zweckgebundenen Spendenmitteln dieses Vorhaben unterstützen. Die Forschungsergebnisse liefern grundlegende Erkenntnisse, gerade für die Vielzahl von Haltern Europäischer Landschildkröten. Sie werden einen direkten Nutzen davon haben. Es handelt es sich um einen wertvollen Beitrag zur Haltungsverbesserung, auch unter den Anforderungen eines modernen Tierschutzes.
Zweckgebundene Spenden entrichten Sie bitte unter dem Stichwort “Spende-Blutwerte” auf eines der folgende Konten:
AG Schildkröten DGHT
Sparkasse Germersheim-Kandel, BLZ 548 514 40, Konto-Nr. 1000039634
oder
Dresdner VR-Bank, BLZ 850 900 00, Konto-Nr. 3514731003

WWF spürt verloren geglaubte Schildkrötenart in Kambodscha auf

23.05.2007

Glücklicher Fund am Mekong
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Bild © WWF Cambodia / Chris Greenwood

Zum Welt-Schildkrötentag am 23. Mai:

Frankfurt a. M. - Eine der größten und seltensten Süßwasserschildkrötenarten der Welt ist im Mekong in Kambodscha wiederentdeckt worden. Forscher des WWF und der kambodschanischen Fischereibehörde stießen an einem unberührten Stück des größten Flusses in Südostasien auf mehrere Schildkröteneier, frisch geschlüpfte Tiere sowie ein elf Kilogramm schweres Weibchen der Cantors-Riesen-Weichschildkröte. „Das ist eine wunderbare Entdeckung, mit der niemand mehr gerechnet hat“, sagt Stefan Ziegler, WWF-Experte. „Wir dachten, die Cantors-Riesen-Weichschildkröte sei in Kambodscha so gut wie ausgestorben“. Zuletzt gesichtet worden war die Art 2003 in Kambodscha. In anderen Verbreitungsstaaten wie Laos, Vietnam und Thailand leben vermutlich nur noch einzelne Exemplare.

Anstelle eines festen Panzers besitzen Cantors-Riesen-Weichschildkröten (Pelochelys cantorii) eine gummiartige Haut, die sich über rippenartigen Bögen spannt, um die inneren Organe zu schützen. Als Schutz vor Feinden verbringt die seltene Schildkröte 95 Prozent ihres Lebens versteckt in Sand und Schlamm, wobei nur ihre Nase und ihre Augen herausschauen. Die Tiere können bis zu zwei Metern lang und über 50 Kilo schwer werden. Beachtlich sind ihre langen Krallen und die Blitzgeschwindigkeit, mit der ihr Kopf zum Zubeißen hervorschnellen kann.

„Wie in Südamerika gelten auch in manchen Ländern Asiens Schildkröten und ihre Eier als Delikatesse“, sagt WWF-Experte Ziegler. Während in Mexiko Meeresschildkröten zur Osterzeit gegessen würden, sei die Riesenschildkröte in Vietnam als teure Speise begehrt. Neben dem lebensbedrohlichen menschlichen Appetit haben die Tiere mit weiteren Gefahren zu kämpfen. WWF-Flussexperte Martin Geiger: „Wasserverschmutzung, Dammbau, der hohe Wasserbedarf der Landwirtschaft und die Überfischung bedrohen das ökologische Gleichgewicht des Mekong.“

Der Fundort der Cantors-Riesen-Weichschildkröte war während der Herrschaft der Roten Khmer für Wissenschaftler tabu. Zum ersten Mal seit den späten 1990er Jahren konnten nun Forscher ihre Untersuchungen dort anstellen. Neben der Riesenschildkröte entdeckten sie eine bislang unbekannte Pflanzenart und zahlreiche hoch bedrohte Tiere, darunter den Grünen Pfau (Pavo muticus) und den Haubenlangur, eine Affenart.

Quelle: WWF

Schildkröte Harriet stirbt mit 176 Jahren

23.06.2006

Sie ist im Jahr 1830 auf die Welt gekommen und diente bereits Charles Darwin als Anschauungsobjekt für seine Evolutionstheorie: Die Schildkröte Harriet. Nun ist das älteste Tier der Welt in einem Zoo in Australien an Herzversagen gestorben.

Sydney - Die Riesenschildkröte starb gestern Nacht im Alter von 176 Jahren. Das teilte der Australia-Zoo im nordöstlichen Bundesstaat Queensland mit, in dem Harriet die Hauptattraktion war.
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Harriet, der Zoochef Steve Irwin († 4. September 2006) und seine Frau: Die Schildkröte war die Hauptattraktion

Das Reptil wurde auf den Galapagos-Inseln geboren. Darwin hat sie von dort mit in seine Heimat Großbritannien genommen. Harriet verbrachte einige Zeit in England, bevor sie ungefähr zwischen 1850 und 1860 erst im Botanischen Garden von Brisbane in Australien und später im Australia-Zoo landete. Das Tier hieß ursprünglich Harry, weil es zunächst fälschlicherweise für ein Männchen gehalten worden war. Der Fehler wurde erst nach mehr als einem Jahrhundert korrigiert.

Zwischenzeitlich war Harriet, die im Guinness-Buch der Rekorde als ältestes Tier der Welt geführt wird, dieser Titel streitig gemacht worden. Vor einigen Monaten starb in Kalkutta ein Artgenosse namens Adwaitya. Erst nach dem Tod des Tieres wurde dessen Alter bekannt: Den Unterlagen des Zoos zufolge war die Schildkröte bereits 256 Jahre alt - und somit 80 Jahre älter als Harriet.